MultiBoot USB-Stick für Diagnose & Tools im ISO-Format

In diesem Artikel möchte ich kurz beschreiben, wie ihr euch einfach und schnell einen MultiBoot USB-Stick für Diagnosesoftware, Virenprüfungen und weitere Tools erstellen könnt. Zum Einsatz kommt dabei die Software grub4dos, die für die Bereitstellung des Bootmenüs zuständig ist. Euer USB-Stick sollte dafür eine Größe von mindestens 4GB haben – es sollte natürlich einiges darauf passen. Ich habe mich für einen 32GB USB3.0-Stick von Kingston entschieden.

Zu allererst wird das Tool RMPrepUSB benötigt. Hiermit können alle erforderlichen Schritte durchgeführt werden.

MultiBoot USB Stick erstellen

Der USB-Stick sollte durch Windows oder durch RMPrepUSB in Fat32 formatiert werden.
Dafür öffnet ihr nach der Installation einfach die Software. In dem Fenster müssen nun die Einstellungen wie folgt gesetzt werden:
RMPrepUSBUnter Punkt 2 „2 LW Bezeichnung“ könnt ihr den Namen eures USB-Sticks frei wählen. Wichtig ist nur, dass ganz oben der richtige ausgewählt ist. In meinem Beispiel „DRIVE 4 G: KINGSTON“. Anschließend wird der Stick mit einem Klick auf „6 Laufwerk Bereitstellen“ formatiert.

Im zweiten Schritt klickt ihr jetzt lediglich noch auf der rechten Seite des Fensters den Button „Installiere GRUB4DOS“. Alle folgenden Fenster werden einfach mit OK bestätigt, bzw. die sich öffnende Eingabeaufforderung mit Enter.

Auf dem USB-Stick findet ihr anschließend eine Datei „grldr“. Diese Datei ist für den Bootloader relevant und muss in jedem Fall bestehen bleiben.

Bootmenü erstellen

Unser USB-Stick ist jetzt zwar bootfähig, jedoch fehlt uns noch ein entsprechendes Menü.
Hierfür legen wir auf der Hauptebene des Sticks eine Datei „Menu.lst“ an. Für die zu startenden ISO-Images habe ich zudem den Ordner „boot“ angelegt. Der Inhalt sollte jetzt so aussehen:
BootFiles Grub4dos
Die Datei Menu.lst öffnen wir jetzt mit einem Editor eurer Wahl – bei mir Notepad++.
In den ersten fünf Zeilen legen wir nun Titel, generelles Aussehen, Timeout für die Auswahl und den Standardmäßig ausgewählten Menüpunkt fest:

Mein Menü soll anschließend wie folgt aussehen:

BootMenu

Aus diesem Grund sind meine nächsten Zeilen dafür verantwortlich, dass bei keiner Auswahl nach einem Timeout von 100 Sekunden der Rechner ganz normal startet:

Für jedes einzubindende Programm nutze ich jeweils eine ISO-Datei, die ich im Ordner „boot“ gesammelt ablege.
Eine Überschrift in meinem Menü bekomme ich mit den Zeilen:

Jedes Tool wird mit den folgenden Zeilen eingefügt:

In der ersten Zeile legen wir den Titel im Menü, sowie hinter dem „\n“ eine Beschreibung dazu, die im unteren Feld erscheint.
In den nächsten beiden Zeile muss jetzt nur noch der Pfad zu der zu startenden ISO-Datei angepasst werden.

Diese letzten beiden Schritte führt ihr nach belieben mit allen Tools durch, die in eurem Menü erscheinen sollen und legt die passenden ISO-Dateien im Ordner „boot“ ab.

Mein Menü endet ganz unten mit den Punkten Herunterfahren und Neu Starten:

QEMU-EmulatorJede Änderung eurer Menu-Datei kann auch ohne einen kompletten Rechner-Neustart über RMPrepUSB getestet werden. Dazu einfach auf der rechten Seite den QEMU-Emulator starten.
In dem sich öffnenden Fenster erscheint nun die Vorschau in einem voll funktionsfähigen Simulator.

QEMU-Emulator Fenster
Damit sind alle Schritte ausgeführt und ihr könnt euren persönlichen MultiBoot Tools/Diagnose und und und USB-Stick befüllen und nach belieben anpassen und erweitern.

Der Stick ist auf JEDEM PC bootbar. Unter Umständen muss im BIOS jedoch erst USB-Boot aktiviert werden bzw. im Boot-Menü der Stick als Bootmedium.

Mein USB-Stick ist unter Anderem mit folgenden Programmen ausgestattet:
– DriveFitnessTest DFT (Festplattentest)
– Memtest86+ (RAM/Arbeitsspeicher Test)
– Acronis True Image (Klonen von Festplatten)
– Active Password Changer (Entfernen von Windows Kennwörtern)
– Hirens Boot CD (diverse Tools)

Hier noch einmal meine Vollständige Menu.lst zum Download:
GRUB4DOS Menu.lst Download

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